Russland, China und der Dollar

„China und Russland geben den Dollar auf“, lautete die Schlagzeile Ende November.

Darin lassen sich viele Bedeutungen ablesen, von einer Erneuerung des alten chinesisch-russischen kommunistischen Bündnisses bis hin zu einem kleinen Handelsabkommen. Lassen Sie uns untersuchen, was die tatsächlichen Auswirkungen sind oder sein könnten.

Dies wird in drei Bereiche fallen: erstens, was das Abkommen in der Praxis bedeutet; zweitens, wie es sich auf den Dollar auswirkt; drittens, ob es ein antiamerikanisches Verständnis zwischen den beiden Mächten vorwegnehmen könnte.

China hat versucht, ähnliche Abkommen mit anderen Handelspartnern zu schließen, aber alle leiden unter dem gleichen Mangel: Während der russische Rubel und der US-Dollar frei in andere Währungen konvertierbar sind, ist dies beim chinesischen Yuan nicht der Fall. Sein Tauschwert wird von der chinesischen Regierung willkürlich anhand des Dollars als Maßstab festgelegt, um chinesischen Exporteuren einen entscheidenden Preisvorteil zu verschaffen.

Mit Dollar oder Rubel kann man überall alles kaufen; Chinesische Yuan zahlen nur für Waren, die aus China gekauft wurden. Damit diese Vereinbarung funktioniert, muss zunächst der Marktwert der ausgetauschten Ware in einer Referenzwährung wie Euro oder Dollar ermittelt werden. Es muss in einen Yuan-Preis umgerechnet werden, der Russland Kredite für den Kauf chinesischer Waren verschafft.

Der Deal ist ein glorifizierter Tauschvertrag, eine primitive Handelsform, die in Ermangelung einer allgemein akzeptablen Währung verwendet wird.

Stellt es eine Bedrohung für den Dollar dar?

Es könnte ein kleiner sein. Aber das überwältigende Problem für die US-Währung liegt in den enormen Handels- und Haushaltsdefiziten, die wir uns erlauben, zusammen mit der willkürlichen Geldschöpfung durch die Federal Reserve. Diese überschwemmen derzeit die Welt jährlich mit Billionen zusätzlicher Dollar, was das Risiko einer Dollarabwertung und schließlich eines Dollar-Crashs erhöht. Dies führt dazu, dass andere Länder präventive Maßnahmen ergreifen.

Russische Exporte sind hauptsächlich Rohstoffe wie Öl, Gas und Metalle, die die chinesische Wirtschaft in großen Mengen verbraucht. Der Abschluss eines Dollar-Deals mit China birgt für Russland das Risiko, eines Tages in abgewerteten Dollar bezahlt zu werden. Für die Chinesen besteht parallel das Risiko, für ein Barrel Öl eine Schubkarre voller Dollar zu zahlen.

Der Tauschhandel, so ungeschickt auch, negiert diese Gefahren. Solange der Handel zwischen den beiden Ländern relativ ausgeglichen ist, bietet er beiden eine Absicherung gegen amerikanische Haushalts- und Handelsdefizite. Mit anderen Worten, es ist im wirtschaftlichen Bereich eher eine defensive als eine offensive Vereinbarung.

Dennoch ist es eine Vereinbarung, die zwei ehemalige US-Gegner auf kleine, aber bedeutende Weise bindet. Es stellt unsere politischen Entscheidungsträger daher vor eine Herausforderung: Werden wir es ignorieren, weil es ein untergeordnetes Thema ist, oder müssen wir eine längere Sichtweise einnehmen?

Hier ist es wichtig, die Veränderungen seit 1991, dem offiziellen Ende des Kalten Krieges, zu beobachten.

Russland hat den kommunistischen Staat liquidiert und stattdessen ein bisschen Demokratie mit relativ freien Märkten installiert. Es hat seine Streitkräfte aus Osteuropa und Zentralasien abgezogen, Rüstungsbeschränkungsverträge mit den USA unterzeichnet und mit uns bei Raumfahrtprojekten kooperiert. Sie hat sowohl im Irak als auch in Afghanistan Hilfe geleistet und in kritischen Situationen oft die US-Politik unterstützt.

China hingegen hat eine Handelspolitik entwickelt, die den USA Millionen von Arbeitsplätzen gekostet hat. Es hat seine Streitkräfte stark erweitert und baut schnell eine pazifische Hochseeflotte auf. Es behält eine autoritäre Regierung mit einem harten Polizeistaat und ist rücksichtslos im Umgang mit ethnischen Minderheiten. Sie unterstützt Schurkenregime wie Venezuela, Iran und Nordkorea und ist seit langem im Untergrundexport von Nuklearwaffentechnologie aktiv.

Mit Dollar, die sie aus ihrem massiven Handelsüberschuss mit den USA gewonnen hat, durchkämmt sie die Welt nach Energie und Bodenschätzen. Dazu gehören die enormen Reichtümer des russischen Sibiriens und der ehemaligen Sowjetunion, die Moskau große Sorgen bereiten.

Russland mag einst unser Feind gewesen sein, aber China ist ein aufstrebender Rivale, sowohl in der Gegenwart als auch in der absehbaren Zukunft.

Es obliegt uns, unsere nationalen Interessen in dieser Angelegenheit sorgfältig abzuwägen und unsere Politik entsprechend neu auszurichten. Eine bessere Verständigung mit Russland würde viel zu einem günstigeren strategischen Gleichgewicht beitragen und Chinas Fähigkeit, unsere Interessen zu bedrohen, stark einschränken.

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